Nordkoreanische Hacker wollten sich offenbar Biontech-Impfstoffdaten verschaffen

Angreifer aus Nordkorea sollen versucht haben, an Informationen über den Impfstoff von Pfizer und Biontech zu kommen. Herausgefunden hat das offenbar der südkoreanische Geheimdienst.

Nordkoreanische Flagge: Bisher keine Infektionen mit Covid-19 im eigenen Land bestätigt Foto: Stefan Schaubitzer/ picture alliance / dpa

Nach Angaben des südkoreanischen Geheimdienstes haben nordkoreanische Hacker versucht, illegal an Informationen über den Coronavirus-Impfstoff des US-Pharmaunternehmens Pfizer zu gelangen. Bei dem Angriff auf die Computersysteme von Pfizer hätten es die Angreifer auch auf Daten zur Behandlung einer Corona-Infektion abgesehen, berichtete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap am Dienstag.

Yonhap berief sich auf Abgeordnete, die vom staatlichen Aufklärungsdienst (NIS) unterrichtet worden waren. Pfizer hat einen Corona-Impfstoff zusammen mit dem deutschen Unternehmen Biontech entwickelt.

Zuletzt hatte im Dezember der russische Sicherheitssoftware-Hersteller Kaspersky berichtet, nordkoreanischer Hacker hätten sich unter anderem Zugang zum Computersystem eines Pharmaunternehmens verschaffen wollen, das im Zusammenhang mit der Corona-Forschung stehe. Dabei wurde jedoch kein Firmenname genannt. Auch ein nicht benanntes Gesundheitsministerium sei betroffen gewesen.

Die nordkoreanische Hackergruppe Lazarus wird mit früheren Angriffen auf Geldautomaten und Banken in Verbindung gebracht. Sie wird auch hinter der verheerenden Cyberattacke auf Sony Pictures vermutet, die das Hollywoodstudio 2014 für Wochen lahmlegte.

Laut einem internen UN-Bericht finanziert Nordkorea sein Atomwaffenprogramm unter anderem auch mit Hackeraktivitäten, die direkt vom nordkoreanischen Geheimdienst ausgeführt werden. Diese hätten zuletzt »virtuelle Vermögenswege und Verwalter von Vermögenswerten« sowie Verteidigungsunternehmen ins Visier genommen. Das abgeschottete Land ist wegen seines Atomprogramms harten internationalen Sanktionen unterworfen.

Bisher hat Nordkorea keine Infektionen mit Covid-19 im eigenen Land bestätigt. Das Land erwartet aus dem Covax-Hilfsprogramm trotzdem die Lieferung von knapp zwei Millionen Dosen des Impfstoffes von AstraZeneca.

Quelle Spiegel.de

 

 

mak/dpa